Iyengar Yoga

Yoga ist eine Lehre der indischen Philosophie, die sich in den letzten 3000 Jahren entwickelt hat. Zu ihr gehören verschiedene geistige aber auch körperliche Übungen. Obwohl es ursprünglich eigentlich nur eine einzige Yogarichtung gab, spalteten sich im Laufe der Zeit immer mehr Schulen von dieser Hauptrichtung ab. Der Prozess der Abspaltung und Diversifizierung ist aber heute noch lange nicht abgeschlossen, und eine der neuen Schulen, die im 20. Jahrhundert begründet wurden, ist das so genannte “Iyengar Yoga”.

Der 1918 geborene B.K.S. Iyengar, begründete in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts diese neue Richtung, nachdem er sich sehr, sehr intensiv mit klassischem Yoga auseinander gesetzt hatte. Im Zuge seine Studien war Iyengar aufgefallen, dass die meisten Yoga-Anfänger bei den relativ komplizierten Asanas (Übungen) Schwierigkeiten haben. Also erlaubte er es ihnen einfache Hilfsmittel (so genannte Props) wie Klötze, Seile oder Kissen zu verwenden. Diese Hilfsmittel sind im „klassischen“ Yoga streng verboten und B.K.S. Iyengar wurde von vielen erfahrenen Yogis vorgeworfen, dass er die „reine Lehre“ des Yoga durch den Einsatz dieser Hilfsmittel verwässern würde.

Trotz dieser Anschuldigungen konnte sich seine neue Schule, das „Iyengar-Yoga“ weltweit durchsetzen. Die konsequente Weiterentwicklung des Stils, die steten Versuche auch komplizierte Asanas für Anfänger oder Menschen mit Bewegungseinschränkungen leichter zu gestalten und die hohen Qualitätsanforderungen Iyengars machten es möglich, dass es heute in nahezu jeder größeren Stadt der Welt eine oder mehrere Iyengar-Yoga Schulen gibt. Und B.K.S. Iyengar leitet – trotz seine 92 Jahre – heute immer noch die von ihm begründete Bewegung.